5 gute Gründe, aufs Land zu ziehen

Stadt oder Land? Urban oder gemütlich? Spaß in der City oder Landlust? Die jeweiligen Vor- und Nachteile werden in vielen Partnerschaften und Familien intensiv diskutiert – insbesondere, wenn es darum geht, die nächste Wohnung oder ein Haus zu mieten oder zu kaufen. Für manche ist es eine Glaubensfrage, ob sie innerstädtisch, am Stadtrand oder ganz weit draußen leben möchten. Für andere ist es eine lebenspraktische Entscheidung, die vom verfügbaren Einkommen, von der jeweiligen Lebensphase, dem persönlichen Umfeld und den eigenen Interessen abhängt.

Hier finden Sie unsere 5 Top-Gründe, warum das Landleben besonders reizvoll sein kann:

1. Die niedrigeren Wohnkosten

Ein Blick in die Immobilienportale oder Immobilienseiten der Tageszeitungen genügt, um festzustellen: Je weiter Mieter oder Eigentümer „raus“ aus den beliebten Metropolen ziehen, desto günstiger werden in der Regel Preise. Befindet sich ein Regionalbahnhof oder eine S-Bahn-Station mit guter Anbindung in die City in der Nähe, steigt der Preis natürlich gleich wieder. Auch die „Speckgürtel“ von attraktiven Mittelstädten sind oft nicht ganz billig. Wer jedoch richtig weit ins Grüne zieht, zahlt deutlich weniger als in Stadtnähe. Ein Beispiel: Ein freistehendes, rund 20 Jahre Einfamilienhaus, mit rund 800 Quadratmeter Grundstück kostet in den Vororten Hamburgs etwa das dreifache wie ein vergleichbares Haus in der niedersächsischen Wingst oder im schleswig-holsteinischen Dithmarschen. Von dort sind es jeweils ein bis eindreiviertel Stunden per Auto oder Regionalbahn ins Hamburger Zentrum. Nicht jeder hat jedoch eine Arbeit nahe der Wingst, zum Beispiel in Cuxhaven, oder in Dithmarscher Städten und Gewerbegebieten. Wer zur Arbeit in die Metropole Hamburg pendeln müsste, kann die Gesamtkosten recht genau ausrechnen. Dabei sollten nicht nur Miet- oder Kaufpreise für das Wohnen sowie die Fahrtkosten in die Betrachtung einfließen. Auch den Zeitaufwand für das Fahren sowie die meist niedrigeren Lebenshaltungskosten und sollten potenzielle Landbewohner und Pendler berücksichtigen.

2. Natur und Landluft

Leben im Grünen, zwischen Wiesen, Äckern und Feldern – für viele ist ein Haus oder eine Wohnung auf dem Dorf ein Sehnsuchtsort. Nicht nur „Stadtflüchtlinge“, die sich den Traum vom Resthof auf dem Lande erfüllen, passionierte Pferdebesitzer, Hobbygärtner und Outdoor-Sportler schätzen die Natur. Fast jeder, der Stadt- und Landleben vergleicht, weiß: Das Leben auf dem Lande ist (meistens) etwas entspannter als in den großen Städten. Der Blick führt oft unverbaut in die Landschaft. Die Anreize, öfter mal rauszugehen, sind auch für Bewegungsmuffel oft größer als in der Stadt. Die Luft ist häufig weniger mit Feinstaub und anderem belastet. Statt nach Abgasen riecht es eher mal nach Bauernhof. Im Zuge des Klimawandels und zunehmender Hitzewellen auch nicht unerheblich: Die Durchschnittstemperaturen sind in dünner besiedelten Landstrichen im Sommer meist einige Grad niedriger als in Stadtvierteln mit vielen Hochbauten und versiegelten Flächen.

3. Die eigene Lebenssituation

Junge Erwachsene schätzen oft die Angebote der Großstadt: Uni oder Ausbildungsbetrieb, Kultur, Sport, Party und Shopping – in der City ist einfach „mehr los“. Auch ältere Menschen, bei denen die Kinder zum Beispiel aus dem Haus sind, entscheiden sich nicht selten dafür, (wieder) in die Stadt zu ziehen. Sie schätzen oft das kulturelle Angebot und die kurzen Wege. Wer hingegen gerade Familie gründet, zieht oft raus ins Grüne. Denn viele Eltern möchten, dass ihre Kinder in einem eigenen Garten aufwachsen, viel Freiraum haben – und dass die junge Familie möglichst unter Gleichgesinnten wohnt. Dörfer auf dem Lande können hier natürlich punkten. Wenn zudem Betreuungsangebote, Schulen, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten gut erreichbar sind, steigt die Attraktivität für Familien.

4. Die ungezwungenen Kontakte – sozial und mobil auf dem Land

Natürlich leben in den Städten mehr Menschen auf dem kleinen Raum. Und selbstverständlich bieten die Städte unzählige Möglichkeiten, Mitmenschen zu treffen, sich sportlich zu betätigen, kulturell oder ehrenamtlich aktiv zu sein. Aber trotzdem tun sich viele Stadtbewohner schwer, persönlich Kontakte zu knüpfen. Das ist „auf dem Dorf“ oft wesentlich einfacher. Der Kontakt mit den Nachbarn über den Gartenzaun hinweg, die Mitgliedschaft im örtlichen Sportverein, in der Freiwilligen Feuerwehr, der Plausch beim Bäcker oder beim Spaziergang – wer mag, lernt meist schnell Leute kennen, wird integriert, hilft oder lässt sich helfen. Und falls nicht, gibt es ja immer noch das Internet. Nachbarschafts-Netzwerke wie Nebenan.de, Apps wie Nextdoor, regionale Mitfahrerbörsen und viele weitere Internetportale bieten Neu-Dorfbewohnern jede Menge Möglichkeiten. So können neu Hinzugezogene zwanglos vor Ort (oder im Nachbardorf) Mitmenschen kennenlernen. Wer kein eigenes Auto sowie keinen Netzzugang hat und nicht Bus fahren möchte, findet oft trotzdem Anschluss: Sie oder er setzt sich auf eine der zunehmend auf dem Dorf verbreiteten „Mitfahrbänke“ – bis ein netter Mitmensch hält. Auch Car-Sharing ist schon lange kein Privileg der Großstädter mehr. Manche Gemeinden bieten zwangloses Autoteilen an, zum Beispiel die Initiative Dörpsmobil. Oft wird das „geteilte“ E-Auto sogar mit Strom aus der dörflichen Biogas- oder Windkraftanlage gespeist.

5. Der Trend zum Home Office

Immer mehr Menschen arbeiten ganz oder teilweise im heimischen Büro. Eine Studie des Stuttgarter Fraunhofer Instituts ergab: Fast 90 % der befragten Firmen erwarten, dass diese Arbeitsform an Bedeutung gewinnt und ihnen keine Nachteile bringt. Die Umziehen in Deutschland zu Zeiten der Corona-Krise – FAQ beschleunigt diesen Megatrend weiter. Viele Arbeitnehmer schätzen es, im Homeoffice tätig zu sein – voraussichtlich auch nach der Corona-Zeit. Sie können flexibler arbeiten, Erwerbsarbeit, Hausarbeit, Kinderbetreuung und Freizeit besser aufeinander abstimmen. Das Arbeiten im Team, das Kommunizieren mit Kollegen, Kunden und Vorgesetzten wird durch Telefon- und Videokonferenzen ermöglicht. Häufig werden nur noch wenige, regelmäßige Anwesenheitstage in den Firmenräumen geplant. Wer nur noch ein- oder zweimal pro Woche ins Büro fahren muss, wird auch bei der Wahl des Wohnorts flexibler. Tägliches Pendeln entfällt. Die Bandbreite des Internets erreicht in vielen Dörfern immer öfter „City-Niveau“. Selbst viele Funklöcher werden nach und nach geschlossen. Der Traum vom Leben auf dem Lande, außerhalb der Stadt und weit entfernt von der Firma, rückt also noch näher!

 

 

Bildquelle: pixabay/ulleo

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